Wie der ökologische Fußabdruck für ein Aha-Erlebnis sorgte 

Wie der ökologische Fußabdruck für ein Aha-Erlebnis sorgte 

Die Rechner des WWF und des Bundesumweltamtes geben konkrete Anregungen für ein klimafreundlicheres Leben

Vor einigen Jahren prägte sich mir ein Interview mit dem deutschen Astronauten Alexander Gerst ein. Danach gefragt, was ihn bei seinem Aufenthalt in der internationalen Raumstation ISS am meisten bewegt habe antwortete er, es sei der Anblick der winzigen Erde in einem unendlich großen lebensfeindlichen Universum gewesen. Und die Erkenntnis, dass wir die Vielfalt unseres Lebens einer nicht mal einen Meter dicken Humusschicht verdanken. „Wir Menschen müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen, dass diese hauchdünne Quelle des Lebens bewahrt bleibt“, meinte Gerst. 

UN-Generalsekretär António Guterrez sprach in seiner letztjährigen Neujahrsansprache: „unser Planet steht in Flammen“. Damit wollte er ausdrücken, dass das Engagement für die Umwelt keine Frage der politischen Ideologie mehr ist, sondern des Überlebens. 

Als Mitbewohner dieses Planeten hat man Alternativen: man kann das Problem ignorieren, die Schuld auf andere schieben oder versuchen, einen eigenen Beitrag zu leisten. Aber wie?

Bei einer beruflichen Recherche stieß ich auf den ökologischen Fußabdruck oder CO2-Fußabdruck. Er ist eine Kennzahl, mit der man die Nachhaltigkeit seiner eigenen Lebensführung überprüfen kann. Entwickelt wurde das Modell von Wackernagel und Rees im Jahre 1994.

Der ökologische Fußabdruck besagt, wie viele Erden man bräuchte, wenn alle Menschen auf der Welt so leben würden wie man selbst. In seine Berechnung findet nicht nur die CO2-Verursachung Eingang, sondern auch andere klimaschädliche Gase wie Methan und Lachgas werden in CO2 umgerechnet.

Ein ökologischer Fußabdruck von eins besagt, dass man durch seinen Lebensstil gerade so viele Emissionen verursacht, wie sie auf natürliche Weise wieder abgebaut werden können. Alles darüber hinaus bleibt dauerhaft als Verschmutzung bestehen. Würden alle Menschen so Leben wie die Bewohner der Vereinigten Staaten, bräuchte die Menschheit dauerhaft fünf Planeten. Der ökologische Fußabdruck Deutschlands beträgt drei Planeten, der Indiens beispielsweise nur 0,7. 

Mir hat diese Berechnung die Augen geöffnet und mich veranlasst, einige wichtige Entscheidungen zu treffen: 

  • Wenn ich in Deutschland geschäftlich unterwegs bin, fliege ich nicht mehr, sondern benutze die Bahn, 
  • wir vermeiden auch als Familien Flugreisen, 
  • wir haben unseren Fleischkonsum radikal reduziert, 
  • wir kaufen, wo immer wir können, regionale Lebensmittel und Produkte, 
  • ich habe mir keinen Neuwagen mehr gekauft, sondern ein gebrauchtes Fahrzeug mit geringem Treibstoffverbrauch, 
  • wir sind auf Umweltstrom umgestiegen und haben eine Photovoltaik-Anlage auf unserem Hausdach installiert,
  • wir haben die Zimmertemperatur in unserem Haus im Winter um anderthalb Grad reduziert. 

All diese Maßnahmen sind nicht besonders schwergefallen. Und mir haben sie in psychologischer Hinsicht gutgetan. Ich habe gegenüber meinen Kindern das Gefühl, dass ich zumindest versuche, ihnen eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. 

Es gibt viele Rechner, um die eigene CO2-Bilanz zu ermitteln. 

Der Rechner des Bundesumweltamtes ermittelt eine detaillierte CO2-Bilanz und man bekommt konkrete Vorschläge, um sie zu reduzieren. 

Hier der Link: https://uba.co2-rechner.de/de_DE/

Der Rechner des WWF gibt einen schnellen Überblick über den ökologischen Fußabdruck: 

https://www.wwf.de/themen-projekte/klima-energie/wwf-klimarechner

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