Buchtipp: „Klima. Eine neue Perspektive“ von Charles Eisenstein

Buchtipp: „Klima. Eine neue Perspektive“ von Charles Eisenstein

Es ist das Buch, das mich in letzter Zeit am meisten zum Nachdenken gebracht – und meinen Blick auf die Klimadebatte nachhaltig verändert – hat.

Eisenstein entwirft in seinem Buch keinen fundamentalistischen Klima-Rettungsplan, sondern hält ein Plädoyer dafür, dass wir uns wieder darauf besinnen müssen uns als Teil – und nicht als Herrscher – allen Lebens zu begreifen. 

Dass sich das Klima im Moment dramatisch aufheizt und dass das etwas mit der Spezies Mensch zu tun hat, darin sind sich ja mittlerweile fast alle Wissenschaftler einig. Aber welche Faktoren den Haupteinfluss darauf haben, darum wird immer noch und immer wieder gerungen. Auf internationaler Ebene dreht sich die Klimadebatte allerdings seit Jahren vor allem um den CO2-Ausstoß, der auch nach drei Jahrzehnten an Absichtserklärungen und Gipfeltreffen weiter steigt.

Aber was ist denn, wenn wir damit eine falsche Debatte führen? Wenn die ausschließliche Fokussierung auf das Kohlendioxid eine wirkungsvollere Umweltdiskussion verhindert? Diese These vertritt Charles Eisenstein in „Klima“.

Dabei bestreitet er ganz und gar nicht, dass der Klimawandel vom enormen CO2-Ausstoß befeuert wird. Er fragt aber, ob es sinnvoll ist, sich im Kampf um eine gesunde und saubere Umwelt allein auf diesen Sachverhalt zu konzentrieren. Die Fokussierung darauf führt seiner Meinung nach in die Irre, da auch neue, saubere Energiequellen die Erde nicht retten können, wenn nicht gleichzeitig die weltweite Abholzung der Wälder, Trockenlegung von Feuchtgebieten, industrielle Landwirtschaft und Verstädterung gestoppt werden. 

Die Zerstörung der Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme – nicht erst seit Beginn der Industrialisierung, sondern schon seit dem „Aufstieg“ der Menschheit vor 5000 Jahren – hält er für noch gravierender als die Erwärmung. 

Seine Handlungsempfehlung daher: Lokal aktiv werden, sich mit Fürsorge und Hingabe dem Teil der Natur, des Ökosystems zu widmen, den man selbst liebt und der direkt vor der eigenen Nase ist.

Aber lässt sich so wirklich die Welt retten? – Hmm. Untätig zu sein ist auf jeden Fall definitiv keine Lösung. Und wenn man auf die internationale oder allein schon nationale Politik guckt, dann kann man sich auch nicht entspannt zurücklehnen. Und: Der gemeinschaftliche Wandel von unten hat menschheitsgeschichtlich ja schon so manches Wunder gewirkt.

Ich finde das Buch jedenfalls absolut lesenswert! Die Idee der Verbundenheit mit der Natur, meinen Mitmenschen und Mitlebewesen hat von mir Besitz ergriffen. Und schon allein die bewusste Entscheidung dafür mich mehr als Teil eines großen Ganzen begreifen zu wollen hat mich seitdem häufiger dazu gebracht aktiv zu werden.

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